Daily Business

Permanentes Ziel in der täglichen Arbeit ist und bleibt, unsere Musik so zu gestalten und derart zum Klingen zu bringen, dass es uns einerseits bereits in der Probe Spass macht, dass wir diese Musik aber andererseits auch an den Auftritten so zu interpretieren vermögen, dass wir damit alle unsere Zuhörer im Herzen berühren und ihnen dadurch grosse Freude bereiten können.

Schliesslich kommt NUR DIE Musik in den Herzen an,
die auch VON HERZEN kommt.

Ich betrachte es deshalb als grosses Privileg, mit verschiedenen Formationen und in verschiedenen Stilrichtungen solche Glücksmomente erarbeiten, gestalten und vermitteln zu können. In diesem Sinne freue ich mich immer wieder von Neuem auf die Probearbeit und unsere Auftritte.

In diesem Sinne wünsche ich allen Zuhörerinnen und Zuhörern 'meiner' Formationen
viele
wohlklingende und berührende Glücksmomente an unseren Konzerten.


Leider hat Vieles, das so gut tönt, auch Kehrseiten. Zum einen funktioniert das Gestalten solcher Glücksmomente nur mit Mitmenschen, die diese Leidenschaft mit mir teilen und zum andern stimmt mich die derzeitige Erosion der Vereine äusserst nachdenklich. Mit den folgenden Zeilen möchte ich dies näher erläutern, mir gleichzeitig aber auch etwas Luft verschaffen.

STRUKTURWANDEL UNSERES MITEINANDER

Im heutigen Zeitalter des 'Strukturwandels unseres Miteinander', in dem Hyperindividualisierung zur Erosion von Institutionen wird, ist es wichtig, sich auf die Basis erfolgreichen Wirkens zu besinnen.

  • Hyper-Individualisierung
    Im Gegensatz zu früheren Generationen, in denen das Leben stark durch Familie, Kirche oder soziale Klassen vorgezeichnet war, steht heute das Individuum im Mittelpunkt. Die Selbstverwirklichung des Einzelnen ist zum höchsten Gut geworden, was oft zulasten von Gemeinschaftspflichten geht.

  • Erosion von Institutionen
    Das Vertrauen in klassische Gemeinschaftsinstitutionen wie z.B. Vereine nimmt ab. Dadurch schwinden Räume, in denen Menschen sich bedingungslos für ein kollektives Wohl engagieren.

  • Gesamtproben
    Die Gesamtproben sind nicht dafür da, die eigenen Töne oder Rhythmen über­haupt erst zu lernen. Stattdessen dient sie dazu, das Zusammenspiel, die Dynamik, die Intonation und den gemeinsamen musikalischen Ausdruck der gesamten Formation zu erarbeiten. ALLE sollten also die eigene Stimme soweit vorbereitet haben, dass man dem gemeinsamen Probenverlauf folgen kann und nicht die ganze Gruppe blockiert.

  • Spezialproben
    Hier können in einzelnen Instrumentengruppen wie z.B. Register, 2. Stimmen oder Neumitglieder schwierige Passagen im Detail geübt werden, ohne dass die restliche Formation warten muss.

  • Einzelproben (zu Hause)
    Hier lernt jeder Musizierende die reinen Töne, schwierige Rhythmen und den grundlegenden Ablauf jedes Stücks für sich allein.
    

Ohne dies, und das ist die grosse Herausforderung unserer egoistischen Zeit, funktionieren weder Spezial- noch Gesamtproben. Spezialproben funktionieren nur, wenn die Stimme zu Hause geübt wurde und dann einigermassen beherrscht wird, Gesamtproben nur, wenn ALLE anwesend sind und gemeinsam an den o.g. Faktoren gearbeitet werden kann.